Auto privat oder an Händler verkaufen: Vier Wege im Vergleich

Auto privat oder an Händler verkaufen: was Privatverkauf, Inzahlungnahme, Ankaufportal und mehrere Händlerangebote bringen und für wen welcher Weg passt.

VERIDS Redaktion · · 5 Min. Lesezeit

Frau lehnt mit dem Handy an ihrem Auto, gegenüber liegt ein Autohaus

Ob du dein Auto privat oder an Händler verkaufen solltest, hängt davon ab, was dir mehr wert ist: der höchste mögliche Preis oder ein Verkauf ohne wochenlange Besichtigungen. Privat ist mehr Geld drin, dafür liegen Aufwand und Risiko bei dir. Ein Händler zahlt weniger und nimmt dir fast alles ab. Beim Verkauf an Händler gibt es wiederum drei Varianten, die sich stärker unterscheiden, als es von außen aussieht.

Was spricht für den Privatverkauf, was dagegen?

Für ihn spricht der Preis. Auch der ADAC schreibt, dass du privat mehr Geld herausholen kannst als beim Händler. Dein Käufer will das Auto fahren und muss daran nichts verdienen.

Dafür machst du die Arbeit selbst. Du fotografierst, schreibst das Inserat, nimmst Anrufe zu jeder Tageszeit an und führst das Auto mehrmals vor. Manche Interessenten erscheinen nicht, andere bieten schon am Telefon die Hälfte. Deine Nummer steht so lange im Netz, wie das Inserat läuft.

Bei der Haftung stehst du besser da, als viele glauben. Als Privatperson kannst du die Sachmängelhaftung im Kaufvertrag ausschließen. Der Ausschluss hilft dir bei Mängeln, die du nicht kanntest. Bekannte Mängel und Unfallschäden musst du laut ADAC ungefragt nennen, auch geringfügige.

Bleibt das Betrugsrisiko. Die Polizei warnt private Verkäufer unter anderem vor gefälschten Zahlungsbestätigungen per E-Mail und vor Abholern, die mit gefälschter Vollmacht auftreten. Ihr Rat ist schlicht. Übergib das Auto nur persönlich an den Käufer und lass vorher einen schriftlichen Kaufvertrag unterschreiben.

Inzahlungnahme: bequem, aber schwer zu vergleichen

Kaufst du dein nächstes Auto beim Händler, ist die Inzahlungnahme der bequemste Weg. Du hast einen Ansprechpartner und fährst das alte Auto, bis das neue da ist. Der ADAC rät, genau das zu vereinbaren: Das alte Auto gibst du erst ab, wenn du das neue übernimmst.

Der Haken liegt in der Rechnung. Du verhandelst zwei Zahlen in einem Geschäft, den Preis für dein altes Auto und den Nachlass auf das neue. Ein Verkäufer kann bei der einen großzügig sein und es sich bei der anderen zurückholen. Ein hoher Ankaufspreis sagt deshalb für sich genommen wenig. Entscheidend ist, was du am Ende zuzahlst.

Mach es so: Lass dir zuerst ein Angebot für das neue Auto ohne Inzahlungnahme geben. Hol dir für dein altes Auto mindestens einen Preis von anderer Stelle. Dann siehst du, ob das Paket stimmt.

Wie läuft der Verkauf an Ankäufer und Ankaufportale?

Das ist der schnellste Weg. Du gibst online ein paar Daten ein, bekommst einen Wert und fährst zu einem Termin. Werdet ihr euch einig, ist der Verkauf kurz darauf erledigt.

Rechne damit, dass die Zahl aus dem Internet am Ende eine andere ist. Der ADAC hat 2024 drei Autos bei fünf bundesweit tätigen Ankaufportalen angeboten und festgehalten, dass online oft deutlich mehr geboten wird als vor Ort. In einzelnen Fällen blieb es beim Online-Preis. In anderen lag das Angebot nach der Besichtigung rund ein Fünftel darunter oder noch deutlich tiefer. Die Online-Zahl ist laut ADAC eine erste Schätzung, entscheidend ist das Angebot vor Ort.

Zwei Dinge helfen. Beschreib den Zustand online so, wie er ist, mit jedem Kratzer. Und hol mehrere Angebote ein, bevor du zusagst. Beides empfiehlt auch der ADAC.

Manche Portale stellen dein Auto nach der Bewertung in eine Auktion unter Händlern ein, andere vermitteln es an einen einzelnen Händler weiter. Frag nach, wer am Ende dein Vertragspartner ist und wer dir das Geld überweist.

Für den Ankäufer um die Ecke gilt dasselbe wie für das Portal. Der Preis steht erst, wenn jemand das Auto gesehen hat.

Was bringt es, mehrere Händlerangebote einzuholen?

Jeder Händler rechnet anders. Der eine hat einen Kunden, der genau deinen Kombi sucht, der andere hat schon vier davon auf dem Hof. Für dasselbe Auto können die Angebote deshalb spürbar auseinanderliegen. Ob das erste gut ist, weißt du erst, wenn du ein zweites hast.

Der klassische Weg kostet Zeit. Du fährst mit dem Auto zu mehreren Autohäusern, führst es jedes Mal vor und wartest jedes Mal auf eine Zahl. Die Alternative sind Plattformen, auf denen Händler auf dein Auto bieten. Bei Händlerangeboten über VERIDS stellst du es einmal ein, geprüfte Händler aus der Region geben verdeckte Angebote ab, und du kannst annehmen, ablehnen oder ein Gegenangebot machen. Deine Kontaktdaten sieht nur der Händler, dessen Angebot du annimmst, und für dich ist das kostenlos.

Ein öffentliches Inserat mit deiner Telefonnummer brauchst du auf diesem Weg nicht. Eines ändert der Vergleich allerdings nicht. Auch das beste Händlerangebot ist ein Händlerpreis. Wer das Maximum will und die Zeit dafür hat, verkauft privat.

Auto privat oder an Händler verkaufen: Für wen passt welcher Weg?

  • Privatverkauf: Dein Auto ist gefragt und gepflegt, du hast ein paar Wochen Zeit, und Verhandeln macht dir nichts aus.
  • Inzahlungnahme: Du kaufst ohnehin beim Händler und willst beides in einem Geschäft erledigen. Vergleich vorher die Zuzahlung.
  • Ankäufer oder Ankaufportal: Das Auto muss schnell weg, oder es hat Mängel, die private Käufer abschrecken.
  • Mehrere Händlerangebote: Du willst dir den Aufwand des Privatverkaufs sparen und trotzdem vergleichen können, bevor du zusagst.

Die Wege schließen sich nicht aus. Du kannst Händlerangebote einholen und danach entscheiden, ob dir der mögliche Mehrerlös eines Privatverkaufs die Arbeit wert ist. Dafür musst du wissen, was dein Auto ungefähr bringt. Wie du das herausfindest, steht im Beitrag Fahrzeugwert ermitteln.

Was bei jedem Weg gleich bleibt

Die Vorbereitung ist immer dieselbe. Du brauchst die Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II, früher Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief, den Bericht der letzten Hauptuntersuchung und alle Schlüssel. Wartungsnachweise sind keine Pflicht, stützen aber bei jedem Käufer den Preis. Die vollständige Liste findest du unter Auto verkaufen: Diese Unterlagen brauchst du.

Für die Übergabe gelten überall dieselben Regeln. Es gibt einen schriftlichen Kaufvertrag mit Datum und Uhrzeit, und den Fahrzeugbrief gibst du erst aus der Hand, wenn das Geld bei dir ist. Klär vorher, ob du das Auto vor oder nach dem Verkauf abmeldest. Ein Händler nimmt dir davon manches ab. Lies den Vertrag trotzdem, bevor du unterschreibst.

Und beschreib das Auto so, wie es ist. Ein privater Käufer kann dich wegen eines verschwiegenen Unfallschadens später in Anspruch nehmen. Ein Händler oder Ankäufer korrigiert seinen Preis bei der Besichtigung nach unten. Die geschönte Angabe kostet dich in beiden Fällen mehr, als sie bringt.

Häufige Fragen

Bekomme ich beim Händler immer weniger als beim Privatverkauf?
In der Regel ja. Der Händler muss das Auto aufbereiten, mit Sachmängelhaftung weiterverkaufen und daran verdienen. Auch der ADAC schreibt, dass es beim Händler am schnellsten geht, du dort aber nicht den besten Preis erzielst.
Hafte ich als privater Verkäufer nach dem Verkauf für Mängel?
Du kannst die Sachmängelhaftung im Kaufvertrag ausschließen. Das schützt dich bei Mängeln, die du nicht kanntest. Bekannte Mängel und Unfallschäden musst du laut ADAC ungefragt nennen.
Sind die Online-Preise von Ankaufportalen verbindlich?
Nein. Der ADAC beschreibt sie als erste Schätzung. Verbindlich ist erst das Angebot, das du nach der Besichtigung vor Ort bekommst.
Kann ich mehrere Wege gleichzeitig ausprobieren?
Ja. Solange du nichts zugesagt und keinen Vertrag unterschrieben hast, bist du an niemanden gebunden. Du kannst zum Beispiel zuerst Händlerangebote einholen und dann entscheiden, ob sich ein Privatinserat noch lohnt.

Was würden Händler für dein Auto zahlen?

Stell dein Auto einmal ein. Geprüfte Händler aus dem Münsterland geben Angebote ab, du entscheidest, ob du eins annimmst. Für dich ist das kostenlos.

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