TÜV abgelaufen und das Auto soll weg: Was erlaubt ist und was es kostet
TÜV abgelaufen, das Auto soll weg: Verkaufen ist erlaubt. Was das Fahren ohne gültige HU kostet, wie das Auto zum Käufer kommt und wann sich die Plakette lohnt.
VERIDS Redaktion · · 5 Min. Lesezeit

Ein Auto ohne TÜV verkaufen darfst du. Die Pflicht zur Hauptuntersuchung trifft den Halter eines zugelassenen Fahrzeugs, den Verkauf verbietet keine Vorschrift. Schwierig sind das Fahren und die Zulassung auf den Käufer. Und der Preis leidet.
Ob du die Plakette vor dem Verkauf noch erneuerst, ist eine Rechenaufgabe. Sie hängt am Zustand des Autos. Wie du ein Auto ohne gültige HU über VERIDS anbietest, steht auf der Seite Auto ohne TÜV verkaufen.
Darf man ein Auto ohne TÜV verkaufen?
Ja. § 29 StVZO verpflichtet die Halter zulassungspflichtiger Fahrzeuge, ihr Auto in regelmäßigen Abständen untersuchen zu lassen. Vom Verkauf steht dort nichts. Du kannst ein Auto mit abgelaufener Hauptuntersuchung (HU) also an Privatleute wie an Händler abgeben, angemeldet oder abgemeldet.
Zwei Dinge musst du dabei wissen. Du darfst die abgelaufene HU nicht verschweigen oder schönreden. Im Musterkaufvertrag des ADAC gibt es ein eigenes Feld für die nächste Hauptuntersuchung, und bekannte Mängel musst du nach den Hinweisen des ADAC ohnehin ungefragt nennen. Außerdem hat der Käufer mit dem Auto mehr Arbeit als sonst. Zulassungsstellen verlangen für die Umschreibung den Nachweis einer gültigen HU, das steht zum Beispiel in der Unterlagenliste des Kreises Coesfeld. Er muss also erst zur Prüfstelle und kann dann zulassen.
Was kostet es, ohne TÜV zu fahren?
Die Plakette wird mit Ablauf des angegebenen Monats ungültig. Eine Schonfrist kennt § 29 StVZO nicht. Ein Verwarnungsgeld gibt es laut ADAC bei Pkw aber erst, wenn der Termin um mehr als zwei Monate überschritten ist. Danach gilt diese Staffel (Stand 2026):
- mehr als zwei bis vier Monate überzogen: 15 €
- mehr als vier bis acht Monate: 25 €
- mehr als acht Monate: 60 € und ein Punkt in Flensburg
Belangt wird der Halter. Bis das Auto umgemeldet oder abgemeldet ist, bist das du.
Das Bußgeld ist der kleinere Teil. Nach § 29 StVZO kann die Behörde den Betrieb eines Autos ohne gültige Plakette untersagen oder beschränken. Wer mehr als zwei Monate überzieht, zahlt bei der Prüfstelle außerdem 20 Prozent mehr, weil dann eine erweiterte Untersuchung fällig wird. Bei einem Unfall ersetzt die Haftpflicht dem Gegner zwar den Schaden. Die Kaskoversicherung kann laut ADAC im schlimmsten Fall aber Leistungen verweigern.
Lass Interessenten deshalb keine Probefahrt auf der Straße machen, wenn die HU seit Monaten abgelaufen ist. Die Post käme zu dir.
So kommt ein Auto ohne TÜV zum Käufer
Ist das Auto noch zugelassen und die HU erst seit Kurzem abgelaufen, fährt der Käufer es in der Praxis meist selbst weg, am besten direkt zur Prüfstelle. Die Frist ist dann schon überschritten, auch wenn ein Verwarnungsgeld erst nach mehr als zwei Monaten droht. Bis er es umgemeldet hat, bleibst du als Halter eingetragen. Schreib deshalb Datum und Uhrzeit der Übergabe in den Vertrag.
Ist das Auto abgemeldet, wird es schwieriger. Mit einem Kurzzeitkennzeichen darf ein Fahrzeug ohne gültige HU laut ADAC nur innerhalb des Zulassungsbezirks und eines angrenzenden Bezirks zu einer Untersuchungsstelle gefahren werden. Stellt der Prüfer Mängel fest, sind auch Fahrten zur unmittelbaren Reparatur erlaubt. Die fehlende HU wird im Fahrzeugschein des Kurzzeitkennzeichens vermerkt. Eine Überführung von Münster nach Hamburg ist damit nicht gedeckt.
Bleibt der Anhänger oder der Transporter. Händler, die Autos ohne Plakette kaufen, bringen ihn in der Regel mit. Klär vor der Zusage, wer die Abholung bezahlt. Ob du das Auto vor der Übergabe besser abmeldest, wägt der Beitrag Auto vor oder nach dem Verkauf abmelden? ab.
Lohnt sich eine neue HU vor dem Verkauf?
Die Gebühr selbst ist überschaubar. HU und Abgasuntersuchung kosten für einen Pkw laut ADAC im Bundesschnitt rund 163 € (Stand 2026). Fällt das Auto durch, hast du einen Monat Zeit für die Nachuntersuchung, die rund 30 € kostet. Teuer sind die Reparaturen dazwischen.
Deshalb entscheidet der Zustand. Rechnest du mit Kleinigkeiten wie neuen Bremsbelägen oder einem Scheinwerfer, mach die HU. Der ADAC schreibt in seiner Checkliste zum Privatverkauf, dass eine frische Hauptuntersuchung selbst bei einem Auto, dessen Restwert laut Tabelle gegen null geht, bis zu 2.000 € bringen kann. Das ist ein Höchstwert und zeigt die Richtung. Private Käufer zahlen für die Gewissheit, zwei Jahre Ruhe zu haben.
Steht dagegen Rost an tragenden Teilen im Raum oder ein Ölverlust, dessen Ursache niemand kennt, hol dir vorher einen Kostenvoranschlag. Kostet die Instandsetzung mehr, als die Plakette am Preis bringt, verkaufst du besser so. Auch ein nicht bestandener Prüfbericht hat dann seinen Wert. Er listet die Mängel schwarz auf weiß auf. Ein Käufer, der weiß, was zu tun ist, kalkuliert knapper als einer, der raten muss.
Wie viel weniger bringt ein Auto ohne TÜV?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Der Käufer nimmt den Preis mit frischer HU und zieht die Prüfgebühr ab, dann die Reparaturen, die er erwartet, und am Ende einen Zuschlag für alles, was er nicht sieht. Je weniger du über den Zustand belegen kannst, desto größer fällt der letzte Posten aus.
Private Interessenten springen bei abgelaufener HU oft ganz ab, weil sie das Auto weder Probe fahren noch sofort zulassen können. Gewerbliche Käufer rechnen nüchterner. Den Ausgangswert, von dem der Abschlag abgeht, schätzt du mit dem Rechner unter Was ist dein Auto wert?
Wer kauft Autos ohne TÜV?
Vor allem Händler. Betriebe mit eigener Werkstatt erledigen die Reparaturen zu Kosten, die du als Privatkunde nicht bekommst, und führen das Auto danach selbst vor. Für Exporteure spielt die deutsche Plakette oft keine Rolle, weil das Auto das Land verlässt. Autohäuser nehmen Fahrzeuge ohne HU in Zahlung, wenn du dort ein anderes kaufst.
Hol mehrere Angebote ein, denn jeder rechnet mit anderen Reparaturkosten. Bei VERIDS gibst du beim Einstellen an, dass die HU abgelaufen ist. Geprüfte Händler bieten auf dieser Grundlage, und wenn das Auto bei der Besichtigung zu deinen Angaben passt, bleibt es beim Preis.
Das gehört in den Kaufvertrag
Schreib das Ablaufdatum der HU in den Vertrag und dazu den Satz, dass das Fahrzeug ohne gültige Hauptuntersuchung verkauft wird. Führ bekannte Mängel einzeln auf und häng den letzten Prüfbericht an, auch wenn er negativ war. Regelt schriftlich, wie das Auto abgeholt wird und wer bis wann abmeldet oder ummeldet.
Versprich nichts über die nächste Prüfung. Ein Satz wie „kommt problemlos durch den TÜV“ kann als Zusage gewertet werden, für die du trotz Ausschluss der Sachmängelhaftung geradestehen musst. Den Ausschluss selbst und die übrigen Angaben erklärt der Beitrag Kaufvertrag beim privaten Autoverkauf: Was drinstehen muss.
Häufige Fragen
- Wie lange darf man den TÜV überziehen?
- Gar nicht, die Plakette wird mit Ablauf des angegebenen Monats ungültig. Ein Verwarnungsgeld droht laut ADAC bei Pkw aber erst, wenn der Termin um mehr als zwei Monate überschritten ist.
- Kann der Käufer ein Auto ohne TÜV zulassen?
- In der Regel nicht. Zulassungsstellen verlangen für die Umschreibung den Nachweis einer gültigen Hauptuntersuchung, der Käufer muss das Auto also erst prüfen lassen.
- Was kostet die Hauptuntersuchung 2026?
- Laut ADAC kosten Hauptuntersuchung und Abgasuntersuchung für einen Pkw im Bundesschnitt rund 163 €. Wer mehr als zwei Monate überzogen hat, zahlt 20 Prozent mehr.
- Zahlt die Versicherung bei einem Unfall mit abgelaufener HU?
- Die Kfz-Haftpflicht ersetzt dem Unfallgegner den Schaden. Die Kaskoversicherung kann laut ADAC im schlimmsten Fall Leistungen verweigern.
- Muss ein abgemeldetes Auto zur Hauptuntersuchung?
- Laut ADAC gilt die Pflicht, solange ein Auto angemeldet ist. Wer es wieder zulassen will, braucht dafür aber den Nachweis einer gültigen Hauptuntersuchung.
Was würden Händler für dein Auto zahlen?
Stell dein Auto einmal ein. Geprüfte Händler können darauf bieten, und du entscheidest, ob du ein Angebot annimmst. Für dich ist das kostenlos.
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Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen wieder und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand: 20. Oktober 2026.


